















Von Maria Engels
Die heute im Landesbesitz befindliche Anlage der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster beherbergt seit 1976 in ihrem Mitteltrakt die Einrichtung "Kunst aus Nordrhein-Westfalen - Förderankäufe seit 1945", die sich dort in einem reizvollen Kontrast zu den barocken Deckengemälden und Stuckarbeiten präsentiert.
Die ständige Schausammlung umfasst eine Auswahl solcher Kunstwerke, die seit dem Bestehen des Landes Nordrhein-Westfalen vom damaligen Kultusministerium und seit kurzem in dessen Nachfolge von der Kulturabteilung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen im Sinne der Förderung junger begabter Künstler erworben wurden.
Im repräsentativen Treppenhaus des alten Abtstrakts wird eine Auswahl der ältesten Werke aus dem Ankaufsbestand gezeigt, die gleichzeitig sozusagen auch die Anfänge nordrhein-westfälischer Kunst dokumentieren. Im Jahr der Währungsreform 1948 erwarb das Ministerium - sozusagen atelierfrisch - die ersten Kunstwerke im Sinne der Künstlerförderung. Es handelt sich um Arbeiten vieler heute bekannter Düsseldorfer Maler, die auch schon auf der ersten Ausstellung des westdeutschen Künstler-bundes von 1947 vertreten waren, z. B. Bruno Goller, Günter Grote, Oswald Petersen, Rudolf Werner Ackermann, Richard Gessner, Robert Pudlich, Carl Barth und Ernst Mollenhauer.
Das Bemühen der Maler, an die künstlerischen Errungenschaften und Erkenntnisse der Vorkriegszeit anzuknüpfen und die "tabula rasa" der Nazidiktatur zu überwinden, ist in diesen Bildern offensichtlich. Die frühen Nachkriegsjahre sind in der Entwicklung der Kunst in unserem Land weniger geprägt von revolutionären neuen Ideen als von dem Versuch, sich des verfemten Erbes zu versichern und daraus neue künstlerische Wege zu eröffnen.
Die frühen Ankäufe zeugen von dieser unentschiedenen und schwierigen Situation, die durch die miserablen Lebensumstände der Künstler noch weiter erschwert wurde. In den ersten Jahren erwarb man deshalb auch Werke damals schon älterer Künstler, deren Entwicklung durch das Naziregime in unterschiedlicher Weise beeinträchtigt worden war, wie z. B. im Fall Bruno Goller, dessen Frühwerk bei Bombenangriffen nahezu vollständig verbrannte, oder bei Ernst Wilhelm Nay und Karl Otto Götz, deren avantgardistische Ideen während des Nationalsozialismus zu Berufs- und Ausstellungsverbot führten. Hier war die staatliche Förderung schon fast so etwas wie Wiedergutmachung. Aber auch jüngere Künstler wurden in diesen frühen Jahren gefördert, so z. B. Emil Schumacher und Johannes Geccelli, deren spätere künstlerische Entwicklung zu völlig anderen Ergebnissen führte im Vergleich zu den erworbenen Frühwerken. So ist Emil Schumacher heute einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschen Informel und genießt internationale Anerkennung. Johannes Geccellis gegenständliche Anfänge mündeten in einer strengen konstruktiven Farbmalerei.
Von beiden Künstlern wurden in den späteren Jahren weitere Werke angekauft. Eine der für Emil Schumacher typischen Arbeiten aus den frühen 60er Jahren hängt in dem Raum, der der informellen Malerei gewidmet ist, die den deutschen Beitrag zum internationalen Phänomen des abstrakten Expressionismus darstellt. Neben der "Komposition Settis" von Schumacher werden in diesem Raum Werke von Ernst Wilhelm Nay, Gerhard Hoehme, Karl Otto Götz, Wilhelm Wessel und Peter Royen präsentiert. Alle diese Maler versuchten zu Beginn der 50er Jahre die restaurativen Kräfte in der Kunst zu überwinden. Sie lehnten die der Linie und der Form verpflichteten Prinzipien in der abstrakten Malerei der Vorkriegszeit als formalistisch ab und suchten die Freiheit der subjektiven, spontanen Malgeste und die von der Form unabhängige Farbe als pastos aufgetragene dreidimensionale Materie für den Betrachter erfahrbar zu machen. Sie verneinten jede Abbildhaftigkeit, Zweck ihrer Malerei ist die subjektive Geste, bzw. die materielle Präsenz der Farbe, die eigenständige, von der Wirklichkeit vollkommen unabhängige Realität des Bildes.
Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre belebt sich auch die Ausstellungsszene im gerade neu gegrün-deten Land Nordrhein-Westfalen wieder, insbesondere auch in Bezug auf die avantgardistischen Tendenzen, denen während des Dritten Reiches der Zugang nach Deutschland verwehrt war. So gelangten allmählich auch wieder Informationen über die aktuellen Entwicklungen in der internationalen Kunstszene nach Deutschland. Entscheidende Einflüsse kamen aus Amerika und Frankreich, wohin ja auch viele deutsche Künstler und Intellektuelle während der Nazidiktatur emigriert waren. Eine Reihe von Künstlern, die während des "Tausendjährigen Reiches" mit Berufsverbot belegt waren, wie beispielsweise Karl Otto Götz und Ernst Wilhelm Nay, und die sozusagen im Geheimen nach neuen Wegen für die Kunst gesucht hatten, fühlten sich durch das amerikanische Action Painting und die französische Avantgarde bestätigt. Sie schlossen sich der internationalen Bewegung des abstrakten Expressionismus an und wurden zu Mitbegründern des deutschen Informel.
Schon 1947 schlossen sich viele westdeutsche Künstler in Recklinghausen zu der Bewegung "junger westen" zusammen und versuchten, die Kräfte zur Erneuerung der Kunst zu bündeln. Initiator der Vereinigung war Thomas Grochowiak, der zusammen mit weiteren Vertretern des "jungen westen", z. B. Fritz Winter und Peter Herkenrath, in der Ausstellung vertreten ist. Auch in Bornheim bei Bonn, auf Schloss Alfter, fand sich eine Gruppe von Künstlern und Kunstinteressierten zusammen, die neue Ideen und avantgardistische Bestrebungen zu fördern versuchten, der sogenannte Alfterer Kreis, die "Donnerstaggesellschaft". Zu ihnen gehörten die ebenfalls in Kornelimünster vertretenen Maler Joseph Faßbender und Hann Trier. Alle diese Künstler erweckten das Interesse der Landesregierung, so dass eine Reihe von Werken erworben wurde, die man heute zu Recht als Inkunabeln des Informel, bzw. des abstrakten Expressionismus in Nordrhein-Westfalen bezeichnen kann.
Zur Hochzeit des deutschen Informel, 1959, und der internationalen Bewegung des abstrakten Ex-pressionismus schlossen sich in Düsseldorf drei Künstler zu einer Gruppe zusammen, die sich sehr programmatisch "ZERO" nannte. Es handelte sich dabei um die heute international bekannten Künstler Günter Uecker, Otto Piene und Heinz Mack. Inzwischen verbindet sich der Name "ZERO" wie kaum ein anderer mit der nordrhein-westfälischen Kunstgeschichte. Die neuen Ideen von "ZERO" richteten sich gegen die subjektivistische Geste, die Düsternis und Schwere der Farbe des Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre alles beherrschenden Informel. Mack, Piene und Uecker verbannten die Farbe und den subjektiven Pinselduktus zugunsten einer strukturellen Gestaltungsweise und benutzten dabei den Einfluss des Lichts, um dem Betrachter fast spielerisch ständige Veränderungseffekte zu suggerieren. Sie verwendeten dabei bis dahin eher kunstfremde Materialien wie die berühmten Ueckernägel, polierte Aluminiumplatten oder -folien, Glas und Spiegel. Wenig später setzten sie ihre Objekte mit Motoren in Bewegung, aus den rein optischen Bewegungseffekten entstand ständige Veränderung, die traditionelle Vorstellung von der Unveränderbarkeit und Einmaligkeit des Kunstwerks wurde damit in Frage gestellt. Die verwendeten Materialien und die quasi industrielle Herstellungsweise legten auch den Gedanken der Vervielfältigung im Sinne des Auflagenobjekts nahe.
Die drei Protagonisten von "ZERO" fanden in ganz Europa Anklang mit ihren neuen Ideen, sie bereiteten nicht nur der sogenannten Op-Art und der Kinetik den Weg, sondern auch den sozialen Ideen der Ars Multiplicata, die die serielle Produktion von Kunstwerken propagierte, sozusagen als originale, bezahlbare Kunst für alle. Zum ersten Mal seit dem Krieg gingen von der deutschen Kunst wieder Impulse für die internationale Kunstszene aus. Viele Werke der Op-Art und der Kinetik von einer Reihe namhafter nordrhein-westfälischer Künstler wie Adolf Luther, Ludwig Wilding, Viktor Bonato und Rolf Glasmeier gehören zum Bestand der ehemaligen Reichsabtei ebenso wie Objekte von Günter Uecker, Otto Piene und Heinz Mack.
Die sehr spannende und vielseitige Situation in der nordrhein-westfälischen Kunstszene vom Beginn der 60er bis in die frühen 70er Jahre wurde allerdings nicht allein durch die revolutionären Vorstellung-en der "ZERO"- Künstler geprägt, sondern auch von dem Wirken zweier 1961 aus der ehemaligen DDR übergesiedelter Künstler, die heute Weltruhm besitzen, Sigmar Polke und Gerhard Richter. Ihre neuen Ideen eines "kapitalistischen Realismus" - anstelle des in der DDR vorgeschriebenen sogenannten sozialistischen Realismus - wurden mit beeinflusst durch die englische und die amerikanische Pop-Art. Ihre frühen Werke gehören heute zu den Highlights der Ständigen Ausstellung in Kornelimünster. Ihre Kunst greift nach Jahrzehnten der Dominanz der Abstraktion den Gegenstand wieder auf, aller-dings liegt nicht seine naturalistische oder gar idealistische Darstellung in der Absicht der beiden Maler, sondern vielmehr seine Verfremdung.
Dem Gegenstand verpflichtet ist auch die Malerei von Konrad Klapheck. Sein frühes Bild "das Orakel" entstand 1959, eine verfremdete Wiedergabe einer Nähmaschine, die zum beinahe bedrohlichen Sinnbild eines technischen Apparats gerät, gemalt in beinahe altmeisterlicher Manier, ist ebenfalls ein Beweis für eine allgemeine Gegenbewegung zum subjektiven Malgestus des Informel und des ab-strakten Expressionismus. Die meditativen, monochromen Farbräume der frühen Gemälde von Gott-hard Graubner und Ulrich Erben vervollständigen den Einblick in die an neuen Ausdrucksformen reichen 60er Jahre, die eine ganze Reihe neuer Entwicklungstendenzen in der nordrhein-westfälischen Kunst hervorgebracht haben.
Selbstverständlich haben auch die vielfältigen Ausdrucksformen plastischen Gestaltens, die sich seit Bestehen des Landes entwickelt haben, Eingang in die Künstlerförderung gefunden; denn die An-kaufsförderung hat von Beginn an alle Sparten und Erscheinungsformen der bildenden Kunst berück-sichtigt. So befinden sich auch die Frühwerke zahlreicher heute bekannter Bildhauer im Ankauffundus und werden in Kornelimünster, z. T. auch im Außenbereich präsentiert. So z. B. die symbolisch zeichen-haft vereinfachten Skulpturen von Ewald Mataré, die realistischen Figurengruppen von Alfred Lörcher, die Tierskulpturen von Hans Wimmer, die abstrakten Plastiken von Bernhard Heiliger, Ernst Hermanns und Karl Hartung, alle in den 50er Jahren entstanden.
Zu Beginn der 60er Jahre gab Norbert Kricke, der spätere Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie, der Bildhauerei in Nordrhein-Westfalen neue Impulse. Er löste das plastische, dreidimensionale Volumen auf zugunsten dynamischer Raumdurchdringung seiner filigranen Draht- und Stahlskulpturen. Seine "große Raumplastik" steht im Skulpturengarten der Abtei zusammen mit den Arbeiten seiner Schüler Hanspaul Isenrath und William Brauhauser. Dort befindet sich auch eine der Arbeiten von Heinz Günter Prager, der zwischen den einzelnen Elementen seiner meist mehrteiligen Skulpturen durch ihre sehr bedachte Plazierung besondere formale Beziehungen herstellt.
Der sogenannte Rittersaal ist ebenfalls der Präsentation eines Skulpturenensembles vorbehalten, das dem Besucher verschiedene Aspekte dreidimensionaler künstlerischer Gestaltung vor Augen führen soll. Das Spektrum reicht von Darstellungen der menschlichen Figur in abstrahiert summarischer Form bei Hede Bühl und in skurril anekdotischer Weise bei Kurt Wolf von Borries Arbeit "Ausstieg", über die dynamische Auflösung des plastischen Volumens bei Dirk Gottfriedts "großer Raumplastik" bis zu der zu einem barocken Gebilde geschichteten Materialkombination von Manfred Otts "Schnabelkopf". Das bewegliche, in einzelnen Elementen drehbare Modell für einen im Außenraum platzierten, windbe-wegten "Turm" von Günter Tollmann, der "Kettenrest" des bekannten Bochumer Bildhauers Friederich Gräsel und die von einem starken Oberflächenrelief geprägte Arbeit von Heinz Breloh ergänzen das Spektrum. An verschiedenen exponierten Stellen im Haus werden auch jüngere Beispiele des zeitge-nössischen plastischen Gestaltens präsentiert, so die spannende als "Stand 59" bezeichnete Stahl-stele von Michael Witlatschil aus dem Jahr 1992, deren in labilem Gleichgewicht gehaltene Aufstellung Bewunderung erregt oder die in ihrer Bedeutung hermetische, schwer zugängliche Skulptur "Nachbarschaft" von Sibylle Berke und die zwischen Objektkunst und Skulptur angesiedelten Arbeiten von Wasa Marjanow, Klaus Simon und Abraham David Christian.
Die Grenzen skulpturalen Gestaltens im herkömmlichen Sinn sprengen die Werke von Günter Weseler und Stefan Wewerka, wobei die Wirkung des "Tisch mit Essgerät und Atemobjekten" von Weseler besonders überraschend ist. Es handelt sich hier um Beispiele für den Bereich des künstlerischen Schaffens, der heute allgemein als Objektkunst bezeichnet wird und sich insoweit von konventioneller Bildhauerei unterscheidet, als nicht ein Material wie Stein, Edelstahl, Ton, Holz oder Bronze künstler-isch gestaltet wird, sondern vorgefundene Relikte der Alltagswelt zu Arrangements zusammengefügt und über Verfremdungseffekte zu künstlerischer Aussage gebracht werden. Die Objektkunst hat einen ganz wesentlichen Anteil an der künstlerischen Produktion der 70er Jahre.
Seit Januar des Jahres 2001 hat die Einrichtung "Kunst aus Nordrhein-Westfalen - Förderankäufe seit 1945" nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Abteianlage in Kornelimünster auch den rechten Seitenflügel des Gebäudes bezogen. Sie hat dort jetzt die Möglichkeit, dauerhaft eine Auswahl der Förderankäufe der letzten zwanzig Jahre zu präsentieren und damit die Kontinuität der Ankaufspolitik bis heute zu dokumentieren. Das gibt dem Besucher die Gelegenheit, einen Rundgang durch die Entwicklung der nordrhein-westfälischen Kunst von den Anfängen bis heute zu machen, was bisher nur in der wechselausstellungsfreien Zeit möglich war. Der Erdgeschossbereich des Mittelbaus kann damit ausschließlich für Wechselausstellungen genutzt werden.
In den Fluren und Räumen des Seitenflügels dominieren großflächige Gemälde, die am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten abstrakter Malerei reflektieren. Die Malerinnen und Maler fügen den geistigen Prinzipien der vollständigen Unabhängigkeit des gemalten Bildes neue weiterführende Erkenntnisse hinzu, indem sie die Wirkung der reinen Farbe durch ihre Reihung erforschen, wobei sie die Vorstellungen des konventionellen Tafelbildes längst verlassen haben. Sie nutzen dabei die verschiedensten Techniken, Materialien und Bildträger bei ihren Untersuchungen zum Wesen, zur individuellen Wirkung und sinnlichen Präsenz der Farbe. Auch ver-schiedene Neuankäufe aus dem Bereich skulpturalen Gestaltens sind hier zu sehen, ebenfalls beein-druckt dabei die Vielfalt der verwendeten Materialien und die Spannbreite der Ausdrucksformen, die traditionelle Vorstellungen plastischen Gestaltens überwinden, bzw. deren Grenzen entscheidend erweitern.
Im Seitenflügel soll auch eine kleine Auswahl des umfangreichen, insgesamt sicher beispielhaften Bestandes an Photokunst gezeigt werden. Schon seit längerem ist das Medium der Photographie als Ausdrucksmittel der bildenden Kunst legitimiert. Die beiden Hauptrichtungen der künstlerischen Photographie, die sogenannte objektive und die subjektive Photographie, sind mit markanten Beispielen von anerkannten Künstlerphotographen im Ankauffundus vertreten. Dafür stehen Namen wie Bernd und Hilla Becher und Andreas Gursky auf der einen und Katharina Sieverding und Marina Makowski auf der anderen Seite. Die objektive, dokumentarische Photographie gibt die Wirklichkeit, gesehen durch das Objektiv der Kamera, neutral und gleichwertig in den Einzelheiten wieder, sie schafft so Einblicke in die Realität, die das von subjektiven Vorstellungen geleitete, selektiv wahrnehmende menschliche Auge in dieser Weise nicht gewinnen kann. Die subjektive Photographie nutzt das Medium freier, manipuliert am Negativ, arbeitet mit Überblendungen, Doppelbelichtungen und allen möglichen Einwirkungen auf das technische Verfahren, um die beabsichtigten künstlerischen Wirkungen zu erzielen.
Ein auffälliges Phänomen, das anhand der im Seitenflügel präsentierten jüngeren Ankäufe abgelesen werden kann, ist die wachsende Anzahl von qualifizierten Künstlerinnen, die seit etwa Mitte der 80er Jahre mehr und mehr an der Entwicklung der Kunst entscheidend beteiligt sind.
Mit ihren vielfältigen und unterschiedlichen Beispielen künstlerischer Ausdrucksformen bietet die ständige Ausstellung in Kornelimünster zwar sicher keinen vollständigen, in seiner Art aber einzigartigen Einblick in die Kunstgeschichte des Landes Nordrhein-Westfalen. Die besonders reizvolle Präsentation der modernen Kunst in der ehemaligen Reichsabtei, der ausgeprägte Kontrast zwischen Alt und Neu, machen den Besuch der Ausstellung zu einem eindrucksvollen Erlebnis.
Seit 1996 werden in der Einrichtung "Kunst aus Nordrhein-Westfalen" über die permanente Schausammlung hinaus auch wechselnde Ausstellungen veranstaltet. Mit ihnen soll zum einen versucht werden, die Einblicke, die mit der Ständigen Ausstellung in die historischen Entwicklungszusammenhänge der Kunst in Nordrhein-Westfalen geboten werden, durch die Präsentation des aktuellen Schaffens einzelner renommierter, früh geförderter Künstler zu vertiefen. Gelegentlich wird damit die Bedeutung hervorgehoben, die frühgeförderte Künstler heute als Lehrer an den Akademien für die Ausbildung der jüngeren Künstlergeneration haben. Zum anderen wird auch das Schaffen jüngerer Künstler intensiv berücksichtigt. Viele der in den letzten zehn Jahren mit Ankäufen unterstützten Künstler haben inzwischen bereits ihre Stellung in der aktuellen Kunstszene festigen können und damit die in sie gesetzten Hoffnungen schon erfüllt. Mit einer Ausstellung in Kornelimünster wird so manchem von ihnen die Gelegenheit geboten, sozusagen einen Zwischenbericht zu seinem Schaffen abzugeben. Das aktuellste Schlaglicht auf die gegenwärtige Kunstszene wirft in jedem Jahr die Ausstellung der beiden Förderpreisträger für bildende Kunst des Landes, denen hier im landeseigenen Ausstellungshaus die Möglichkeit geboten wird, ihre künstlerische Arbeit einem breiteren Publikum vorzustellen, um die Wirkung der Preisverleihung zu verstärken.
Letzte Aktualisierung am 10. Januar 2013